Die Akazie
1919 befindet sich eine noch nicht 40-jährige Witwe - den kleinen Sohn an der Hand - auf der Suche nach dem Grab ihres Mannes, eines gefallenen Offiziers. Die letzte Ruhestätte ist nicht auffindbar. Vorbei führt der Weg der Trauernden an einer Stelle, unter der „die zerfetzten Körper von dreihunderttausend Soldaten“ verwesen. Schließlich - am Ende dieser Irrfahrt durch ehemaliges französisches Kampfgebiet - helfen der Suchenden Einheimische. Auf einem kleinen Friedhof sollen zwei nicht identifizierte französische Offiziere ruhen. Die Witwe redet sich offenbar ein, einer von den beiden sei ihr Mann. Am 27. August 1939 folgt jener oben genannte Offizierssohn seinem Einberufungsbefehl. Er wird diesen Fronteinsatz nicht überleben, befürchtet er. Die Mutter, längst gestorben, hatte einen chirurgischen Eingriff nicht überstanden. Wenn der an die Front reisende Einberufene zurückdenkt, so kommt es ihm vor, als sei er sein Leben lang von einer Uniform in die andere gesteckt worden. Er schaut auf das Beisammensein mit seiner jungen Frau zurück (die er später, auf Fronturlaub, heiraten wird),die sein Machwerk, das er für einen Roman hält, brav abgetippt hat und er erinnert sich an sein Studium der Malerei. „Er denkt an den Tod, aber“ zusammen mit wenigen überlebenden Kavalleristen seiner Schwadron gerät er 1940 in deutsche Gefangenschaft. Der Gefangene erinnert sich in allen Einzelheiten der Todesumstände seines Regimentskommandeurs. Es war auf dem Rückzug nach der Niederlage von Charleroi gewesen. Das Regiment war mehrere Male aufgerieben worden. Ihm - gemeint ist „er“, der Protagonist, von dem stets in der 3. Person Singular geredet wird - gelingt die Flucht aus deutscher Gefangenschaft. In dem Anwesen (wahrscheinlich seiner Verwandten) in Südfrankreich heil angekommen, gibt er seiner schriftstellerischen Neigung nach. Den letzten Satz des Romans genießend, ist es dem aufatmenden Leser vergönnt, eine einzige Relation zum Romantitel zu erahnen. Er - wieder ist der Held im Text gemeint - schreibt des Nachts nahe bei den fast durchs offene Fenster hereinragenden, leise bebenden Zweigen einer großen Akazie, die im Garten jenes Anwesens wächst. Nach dem Beben aber sinkt das Gezweig zurück in die Ruhe. Burmeister nennt dieses Romanende „Geburt eines Schriftstellers“.
Szczegóły
Rok wydania
2004
Wydawnictwo
Süddeutsche Zeitung
Język
niemiecki
Format
papier
Cykl
Süddeutsche Zeitung Bibliothek [Romane]
Gatunek
literatura piękna
ISBN
9783937793542
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